„Verwahrung“ alternativer, nicht verwahrfähiger Vermögensgegenstände: Kontrollen und Risiken

Ist Nicht-Verwahrfähigkeit ein „Verwahrrisiko“? Können nicht-verwahrfähige Vermögensgegenstände abhandenkommen? Was paradox klingen mag, ist eine Herausforderung, der sich immer mehr Verwahrstellen gegenüber sehen. Denn die Berührungsängste institutioneller Investoren zu sogenannten alternativen, nicht-verwahrfähigen Anlageklassen nehmen immer mehr ab, und so schwappen Investments in Beteiligungen, unverbrieften Darlehensforderungen, ausländischen Hedgefonds oder geschlossenen Fonds in die Abteilungen, deren Bearbeitung und Kontrolle eine Welle manuellen Aufwands und Überlegungen zu den mit der Nicht-Verwahrfähigkeit verbundenen Risiken auslösen. „„Verwahrung“ alternativer, nicht verwahrfähiger Vermögensgegenstände: Kontrollen und Risiken“ weiterlesen

Von der Depotbank zur Verwahrstelle: Kontrolle von Marktrisiko und Hebel?

Auf den ersten Blick scheint überraschend, dass die Aufgabe zur Kontrolle der Anlagegrenzen nicht mehr explizit, analog zum § 27 (1) Nr 5 InvG, im KAGB auftaucht. Das neue Gesetz hält die Formulierung allgemeiner und sich damit eng an die Richtlinie:

„§ 83 Kontrollfunktion (für AIF-Verwahrstellen)
(5) Die Verwahrstelle hat die Weisungen der AIF-Verwaltungsgesellschaft auszuführen, sofern diese nicht gegen gesetzliche Vorschriften oder die Anlagebedingungen verstoßen.“

Dass sich daraus Pflichten zur Überwachung von Limiten, auch das Marktrisikolimit, als „Unterfall“ ableiten lassen, hatte die BaFin in ihrer Klarstellung zur Prüfpflicht der Depotbank bezüglich Derivateverordnung  bereits verdeutlicht (siehe BaFin-Mail an die Verbände vom 02.11.2011). „Von der Depotbank zur Verwahrstelle: Kontrolle von Marktrisiko und Hebel?“ weiterlesen

ESMA: Leitlinien für ETF und Sicherheitenverwaltung aus OTC-Derivaten

Gestern hat die Esma ihre Leitlinien zur Umsetzung von Vorgaben bei der Verwaltung von ETFs und für die Anrechnung und Verwaltung von Besicherungen aus OTC-Derivaten-Geschäften veröffentlicht. „Das Ziel dieser Leitlinien ist der Schutz der Anleger durch Unterstützung in Bezug auf die Informationen, die im Hinblick auf indexnachbildende OGAW und OGAW-ETF zusammen mit spezifischen Vorgaben übermittelt werden sollten, die von OGAW im Zusammenhang mit Geschäften mit OTC-Derivaten und Techniken für eine effiziente Portfolioverwaltung anzuwenden sind. Außerdem enthalten die Leitlinien Kriterien für Finanzindizes, in die OGAW investieren.“ „ESMA: Leitlinien für ETF und Sicherheitenverwaltung aus OTC-Derivaten“ weiterlesen

Aktive Grenzverletzungen in Fonds: Wie Erkennen und Behandeln als Depotbank?

(Armin Jacobi, Averroes Concept Lounge) Die Depotbanken als Kontrolleure der rechtmäßigen Verwaltung der Fonds müssen erkennen, dass eine Grenzverletzung vorliegt. Sie stehen auch, entsprechend den Vorschriften des Depotbankrundschreibens, vor der täglichen Aufgabe, zwischen aktiven und passiven Verletzungen zu  differenzieren, diese mit dem Fondsverwalter zu verifizieren und zu kommentieren sowie ggf. Handlungen für den Fondsverwalter abzuleiten.

Dabei stellen sich im Prüfalltag folgende Fragen:

  1. Was ist eine aktive was ist passive Verletzung?
  2. Wie unterscheidet man diese zwei Verletzungsarten bei gegebenen Daten?
  3. Welche Handlungen müssen erfolgen? „Aktive Grenzverletzungen in Fonds: Wie Erkennen und Behandeln als Depotbank?“ weiterlesen

BaFin: Risikomessung nach einfachem Ansatz durch die Depotbank

Die Bundesanstalt hat in einem Schreiben vom 02.11.2011 an die Verbände mitteilen lassen, dass  Depotbanken die Risikomessung nach dem sogenannten „einfachen Ansatz“ für Fonds zu überprüfen hat. Für die Überprüfung nach dem einfachen Ansatz könne die Depotbank die Deltas, die ihr von der Kapitalanlagegesellschaft nach § 17 Abs. 2 DerivateV mitgeteilt wurden und die sie einer vorherigen Plausibilitätsprüfung unterzogen hat, verwenden.

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Regulierung 2011: Erfahrung aus Projekten

Gespart werden muss heutzutage überall. Keine Zeitungsseite kommt mehr ohne „Sparzwang“, Ausgabendisziplin“, „Haushaltskonsolidierung“ oder „Defizitrückführung“ aus. Mit Superlativen wird hingegen so großzügig wie selten umgegangen, insbesondere dann, wenn in der Fondsbranche über die Veränderungen regulatorischer Rahmenbedingungen gesprochen wird. Hier beschreibt Überregulierung“, „Superregulation“ oder gar „Hyperregulation“ den Umstand, dass Gesetzgeber auf Europäischer und nationaler Ebene seit Ende 2008 zahlreiche (man spricht von ca. 30!) Änderungen und Neuerungen „emittierten“, die Mitte dieses Jahres „fällig“ wurden und von denen nicht wenige wie Sand im  Getriebe der Prozessabläufe wirken.

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AntAnlVerlV: Regelung zu Schadensfällen in Fonds

Die Aufsichtsbehörde BaFin hat am 03.05.2011 einen Entwurf zur Regelung von Schäden in Fonds veröffentlicht, die sich aus fehlerhaften Anteilspreisberechnungen oder Verstößen gegen gesetzliche bzw. vertragliche Anlagegrenzen ergeben können. Es sind hier zwar Grenzen zur Wesentlichkeit der Differenzen definiert, dennoch sind im Falle von Verletzungen von Grenzen oder Abweichungen im Anteilspreis Simulationen und Berechnungen durchzuführen, um tatsächlichen und hypothetischen Anteilwert ermitteln zu können. Zur Umsetzung der Vorgaben ist also zumindest bei der preisermittelnden Stelle mit organisatorischem Mehraufwand zu rechnen. Die Gestaltung von Prüfprozessen sowie Umfang, Zeitpunkt und Dokumentation der Kontrollen haben diesen neuen Anforderungen Rechnung zu tragen. Ohne ausreichende Transparenz von Bewertungslogik und Prüfroutinen, die in oft komplexen IT-Strukturen hinterlegt und in vielen Jahren gewachsen sind, schlummern finanzielle Risiken für KAGen und Depotbanken, die aus den nun konkretisierten Entschädigungen für das Sondervermögen resultieren. „AntAnlVerlV: Regelung zu Schadensfällen in Fonds“ weiterlesen

Alfi Luxemburg: FAQ zum KIID

Viele Fragen sind bei der Umsetzung des KID für die Fondsbranche noch offen. Insbesondere beim Übergang des Prospektes zum KID und bei den Verweisen in unterschiedlicher Sprache gibt es noch ungeklärte Sachverhalte.

Viele Fragen sind bei der Umsetzung des KID für die Fondsbranche noch offen. Insbesondere beim Übergang des Prospektes zum KID und bei den Verweisen in unterschiedlicher Sprache gibt es noch ungeklärte Sachverhalte. Das unten zum download bereitgestellte Dokument beinhaltet Fragen und Antworten aus der Arbeitsgruppe „KID“ des Luxemburger Fondsverbandes ALFI. Anhand von Beispielen aus der Praxis wird eine mögliche Beurteilung von auslegungsbedürftigen Vorgaben dargestellt. Obwohl auch hier keine abschließenden Vorgaben beschrieben werden können, ist es in vielen Punkten detaillierter als das entsprechende BVI-FAQ-Papier zu den KIDs und bietet damit eine zusätzliche Unterstützung bei der Umsetzung der regulatorischen Vorgaben.

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CESR Guidelines für Berechnungen und Darstellungen im KID

Die CESR hat kürzlich Guidelines veröffentlicht, die eine Umsetzung der Anforderungen an das sogenannte „Key Investor Information Document (KID) erleichtern sollen. Die Beschreibungen zur Berechnung des Risk-Reward-Indicator werden ergänzt mit Ausführungen zum Übergang vom bisherigen Prospekt und zu den DArstellungen anhand eines templates.

Die CESR hat kürzlich Guidelines veröffentlicht, die eine Umsetzung der Anforderungen an das sogenannte „Key Investor Information Document (KID) erleichtern sollen. Die Beschreibungen zur Berechnung des Risk-Reward-Indicator werden ergänzt mit Ausführungen zum Übergang vom bisherigen Prospekt und zu den DArstellungen anhand eines templates. Die Dokumente stehen hier zur Verfügung:

„CESR Guidelines für Berechnungen und Darstellungen im KID“ weiterlesen

Risikomanagement in KAGen – Konkretisierung durch InvMaRisk

Dieser Artikel weist auf einige spezielle Aspekte des InvMaRisk hin und versucht die im Vergleich zu den bestehenden Gesetzen und Verordnungen tatsächlich neuen Aspekte herauszustellen. Die Ausführungen beziehen sich auf den Stand der Konsultation von Anfang April 2010 und der Erwiderung des BAFIN.

Von Armin Jacobi (Averroes Concept Lounge GmbH) Dieser Artikel weist auf einige spezielle Aspekte des InvMaRisk hin und versucht die im Vergleich zu den bestehenden Gesetzen und Verordnungen tatsächlich neuen Aspekte herauszustellen. Die Ausführungen beziehen sich auf den Stand der Konsultation von Anfang April 2010 und der Erwiderung des BAFIN. Sollte in den nächsten Wochen eine verbindliche Version verabschiedet werden, so werden wir diese kommentieren, insbesondere dann, wenn sich Änderungen an den erwähnten Punkten ergeben.

„Risikomanagement in KAGen – Konkretisierung durch InvMaRisk“ weiterlesen